Annemarie Melzer: Lieben wir Marken – oder konsumieren wir Liebe?

Shownotes

Warum suchen Menschen emotionale Verbindungen zu Marken? Weshalb fühlen sich manche Marken beinahe wie Beziehungen an? Und was verrät unser Konsumverhalten über unsere Sehnsüchte?

In dieser Episode spricht Jonathan mit Autorin und Wissenschaftsmanagerin Annemarie Melzer über die überraschende Verbindung zwischen Liebe, Konsum und Marken. Ausgangspunkt des Gesprächs ist ein spannender Insight aus der «Here and Now Survey 2026» – ein neues jährliches Branchenbarometer, welches Live Lab zur Entwicklung von Live-Kommunikation in Organisationen im Februar lanciert hat. Für zwei Drittel der befragten Unternehmen liegt die grösste Stärke von Events darin, emotionale Verbindungen zu schaffen. Aber was heisst das eigentlich genau? Warum wollen Menschen sich mit Marken verbunden fühlen? Und warum geht es bei Produkten, Erlebnissen und Events oft um viel mehr als nur um das, was wir kaufen oder konsumieren?

Gemeinsam schauen Jonathan und Annemarie darauf, wie eng Liebe, Konsum und Marken miteinander verwoben sind. Es geht um Sehnsucht, Zugehörigkeit, Identität und die Frage, warum manche Marken fast wie Beziehungen funktionieren. Und natürlich darum, welche Rolle Live-Erlebnisse dabei spielen, wenn Marken nicht nur sichtbar, sondern spürbar werden sollen.

Dr. Annemarie Melzer ist Wissenschaftsmanagerin und Autorin. Sie studierte in Bayreuth, Hobart und Frankfurt und promovierte im Forschungsverbund „Konsumästhetik“ der Volkswagen Stiftung. In ihrer Dissertation „Liebe und Konsum. Ästhetik und Poetik eines Zusammenhangs in Romanen der Moderne und Postmoderne“ untersucht sie die kulturellen und gesellschaftlichen Verbindungen zwischen Konsum und Liebe – und liefert damit eine ungewöhnliche Perspektive auf eine der zentralen Fragen moderner Markenführung.

Links Bücher: Vier Äpfel – David Wagner und Gut gegen Nordwind – Daniel Glattauer

Host Jonathan Schwarz

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Transkript anzeigen

00:00:00: Dieses Träumen, was man im Warenhaus zum Beispiel beobachten kann.

00:00:05: Dass Menschen Dinge in die Hand nehmen und versonnen vor sich hinblicken – das gehört dazu.

00:00:11: sie träumen dann von Möglichkeiten.

00:00:14: wenn ich das kaufe, kann nicht dass und das sein.

00:00:21: Herzlich Willkommen im Blabla Lab dem Podcast über Menschen, Marken und Begegnungen!

00:00:27: Ich bin Jonathan Schwarz, Managing and Creative Director bei LiveLab Und wir haben heute eine Episode, die die Inspiration nimmt aus unserer Survey.

00:00:38: Wir bebrannten euch dieses Jahr gemacht haben.

00:00:40: Die Survey trägt den Titel Here and Now Survey- Twenty-Sixundzwanzig und wir haben sehr spannende Ergebnisse aus dieser Survey rausgezogen.

00:00:48: Wir haben Unternehmen befragt unsere Kunden befragt was ist euch wichtig bei der Planung von Events?

00:00:54: Bei der Planungen von Kampagnen von Live Kommunikation in Zukunft?

00:00:59: Und ein ganz zentrales Ergebnis, was daraus gekommen ist.

00:01:03: Das Zweidrittel aller Unternehmen sich mehr emotionale Verbundenheit mit ihrer Zielgruppe wünschen aus Events heraus und das sind sehr spannendes Thema und es ist das Thema für die heutige Folge geworden denn wir haben uns gefragt Was ist denn eigentlich emotionale verbundenheit?

00:01:22: Was meinen wir damit?

00:01:24: wie können wir das tiefer ergründen?

00:01:28: Viel überlegt, wie denn laden wir uns dazu ein?

00:01:30: Holen wir noch mal jemand aus dem Marketing oder jemand mit dem wir auf klassische Art das Thema vertiefen können.

00:01:35: Aber nein!

00:01:35: Wir haben jemanden geholt, mit denen wir tief in den kulturellen Kaninchenbau hinter emotionaler Verbundenheit einsteigen können und entsprechend ist meine Gesprächspartnerin heute aus der Literatur- und Kulturwissenschaft sie hat in Bayreuth im australischen Hobart und an der Goethe Universität Frankfurt studiert und promoviert Wissenschaftsmanagerin.

00:01:59: Sie hat ein Buch geschrieben, das heißt Liebe und Konsum.

00:02:05: Und daraus leitet sich der Titel für die heutige Folge ab.

00:02:10: Nämlich lieben wir Marken oder konsumieren wir Liebe?

00:02:14: Herzlich willkommen Anne-Marie Melza!

00:02:16: Schön dass du da bist.

00:02:18: Ja vielen Dank.

00:02:18: freue mich, dass ich hier sein darf.

00:02:20: Schön, dass du da bist.

00:02:22: Dein Buch hat einen sehr spannenden Titel Liebe und Konsum Und wir haben es fast zum Titel von der Folge gemacht.

00:02:29: Wir sprechen heute über das Thema Lieben wir Marken oder konsumieren wir Liebe?

00:02:36: Ich bin sehr gespannt auf unseren Talk und auf all die Windungen im kulturellen Kaninchenbau Die wir miteinander durchsprechen werden um ein bisschen tiefer an das Geheimnis finde ich irgendwo heranzukommen, was emotionale Verbundenheit denn eigentlich ausmacht.

00:02:53: Aber bevor wir da thematisch tiefer einsteigen noch kurz zu dir oder zum Hintergrund von deiner Dissertation Liebe und Konsum!

00:03:02: Das klingt nach einem Buch dass irgendwie auch provozieren will.

00:03:05: Wie bist du auf das Thema gekommen?

00:03:07: Nach dem Magisterabschluss, nicht Master tatsächlich noch Magister.

00:03:12: Damals war ich auf der Suche nach einem Thema für die Doktorbeit.

00:03:15: Es war mir sehr klar, dass ich promovieren möchte und mein dann späterer Doktor Vater kam eben mit diesem Thema auf mich zu und sagt es kann ich mir supergute vorstellen, dass du dieses Thema bearbeitet hast.

00:03:28: und ich fand das spannend natürlich auch aufgrund des provokanten Titels, der tatsächlich auch damals schon genauso reinformuliert war.

00:03:37: Das ist eher ungewöhnlich und was es glaube ich auch weniger romantisch macht.

00:03:44: aber nachvollziehbar war natürlich auch dass da eine Finanzierung dahinter stand.

00:03:48: also als Wissenschaftler ist man ja auch immer auf der Suche nach der Finanzierung von Forschungsarbeit.

00:03:52: die Volkswagen Stiftung hat dieses Projekt gefördert.

00:03:57: So ist das dann gekommen, dass ich dieses Thema bearbeitet habe.

00:03:59: Aber keiner befasst sich vier, fünf Jahre lang mit einem Thema, das einen nicht interessiert und nicht catcht.

00:04:06: Das ist

00:04:06: klar!

00:04:07: Und immer bist du sehr tief in das Thema eingestiegen?

00:04:10: Ich bin gespannt wo wir heute erkenntnismäßig rauskommen bei der Folge.

00:04:16: Du arbeitest an der Schnittstelle von Literatur- und Kulturwissenschaften.

00:04:21: Jetzt könnte man ja sagen, es geht um Events bei uns.

00:04:24: Es geht um Marketing.

00:04:25: Man will Zielgruppen erreichen und so weiter.

00:04:27: Warum lädt man da nicht nochmal jemand ein der aus Marketing kommt?

00:04:33: Was würdest du sagen... was kann die Literatur erklären, was Marktforschung oder Psychologie nicht erklären kann?

00:04:39: Ich würde sagen für viele geht's erst mal um sowas wie Unterhaltungen.

00:04:43: Für manche vielleicht auch für Skapismus.

00:04:47: Ich würde aber sagen, es geht immer darum etwas über die Welt und auch sich selbst erfahren.

00:04:52: Und wenn man auf das Erzählen als Kulturtechnik guckt, dann stellt man fest, dass das eine anthropologische Konstante ist.

00:05:00: Das heißt, das gibt es in allen Gesellschaften zu allen Zeiten, auf allen Kontinenten.

00:05:04: Und das heißt, es gibt offensichtlich einen Bedürfnis, auch Geschichten zu erzählen und Geschichten zulesen.

00:05:11: Bevor wir so was hatten wie Speichermedien ging's natürlich erst mal drum überhaupt Informationen zu übermitteln, also weiß ich nicht.

00:05:19: Da im Wald bis dunkel da sind wilde Tiere, geh besser nicht alleine dahin oder so ganz holzschnittartig.

00:05:25: Und dann entsteht Rotkäppchen und der Böse Wolf?

00:05:28: Genau!

00:05:28: Also wie gesagt ganz holzknittartig.

00:05:32: und das heißt vieles von dem was wir wissen oder auch glauben zu wissen, wissen wir deshalb weil es uns erzählt wurde.

00:05:41: Und gleichzeitig hat Literatur natürlich noch einen ästhetischen Aspekt, nämlich eine besondere Darbietungsform.

00:05:48: Das heißt sie kann eine bestimmte Wahrnehmung von Realität ausstellen und dadurch aber auch diese Wahrnehnung und diese Realität überhaupt erst auch wahrnehmbar machen und als etwas Besonderes und analysierenswertes herausstellen.

00:06:04: Und auch die Psychologie arbeitet natürlich sehr stark mit Narrationen.

00:06:08: Also man muss gar nicht bis Freude zurückgehen, der natürlich eine starke Affinität zur Literatur hatte sondern auch wenn Menschen befragt werden was machen sie?

00:06:17: Sie erzählen Geschichten und das heißt die Literatur hat einen besonderen Zugriff auf Realität.

00:06:23: In solchen Erzählungen, die wir dann vielleicht in Form von Büchern vorfinden würde ich jetzt mal so mitnehmen.

00:06:31: da finden wir immer ein Stück Zeit Zeugnis.

00:06:34: Also in einem Roman von vor hundertfünfzig Jahren finden wir vielleicht ein anderes Zeitzeugnis natürlich als wie heute finden und irgendwo auch sehr verdichtet Informationen, die in der Zeit relevant sind, auch wenn sie vielleicht vom Auto gar nicht als Informationsvermittlung gemeint sind.

00:06:49: aber wenn man sich dann eben wissenschaftlich damit auseinandersetzt findet man viele Spuren, die doch Kultur auf einer anderen Ebene widersichtbar machen oder deutbar machen.

00:07:01: Ich habe eine Frage, die ich am Anfang jedem Gast stelle.

00:07:06: in unserem Podcast und das hängt mit unseren Purpose als Agentur zusammen.

00:07:09: Wir sagen live ist die stärkste Kommunikation und hier kommt der Einspieler dazu.

00:07:16: Dein stärkster

00:07:18: Live Moment!

00:07:25: Ich glaube, wenn ich mich auf drei Worte was mich interessiert dann reduzieren müsste.

00:07:35: Dann wären das Bücher-Ballett und Katzen.

00:07:38: Über Bücher sprechen wir über Katzensprechen glaube ich heute nicht.

00:07:44: aber ich bin ein wahnsinnig großer Ballettfan Einer ganz oben, das ist schon Neumeier.

00:07:49: Der über fünfzig Jahre Palettentinent in Hamburg war und

00:07:52: d.h.,

00:07:53: die Hamburger Staatsoper ist für mich ein Ort, wo ganz viele Gänsehautmomente und großartige Momente hatte.

00:07:59: aber wenn ich jetzt eines herausgreifen müsste dann wäre es das Konzert von Tori Ames im April zwei tausend dreieundzwanzig in Frankfurt in der alten Oper.

00:08:10: Das war am Ende der Corona-Pandemie und für mich ist das so eine Erinnerung geblieben, weil ich war jemand die sehr lange noch Maske getragen hat in Menschenansammlungen.

00:08:20: Und es war das erste Event wo ich sie weggelassen habe.

00:08:23: Jetzt muss man zur alten Opern Frankfurt wissen, dass ist kein großes Opernhaus.

00:08:26: Das ist eher sehr klein aber natürlich für Musik gemacht und passt perfekt zu der Stimme von Tori Ames.

00:08:34: Ich hab vorher immer nur einen großen Hallen, wo ganz viel verloren geht auch vom Sound gehört.

00:08:39: Und sie kommt raus und beginnt dieses Konzert mit einem meiner absoluten Lieblingslieder, das zu diesem Zeitpunkt... schon über zwanzig Jahre alt ist und das ist ungewöhnlich, weil sie ja eigentlich mit einem neuen Album da war.

00:08:50: Und hinzu kam warum das noch mal besonders war, dass die Lichtinstallation zu der Musik den ganzen Raum in Farbe getaucht haben korrespondierend.

00:09:02: Das war eine synesthetische Erfahrung.

00:09:04: Die Stimme war überall.

00:09:05: Das hat mich komplett aus dem Socken gehauen und sofort Gänsehaut.

00:09:10: Und das war wirklich, wirklich,

00:09:13: Danke für deinen Live Moment!

00:09:18: Liebe Konsum und die Macht des physischen Moments.

00:09:22: Und ich möchte damit so einer klassischen Gegenüberstellung mal starten, die wir glaube ich alle im Kopf haben wenn wir Liebe-und-Konsum hören.

00:09:31: So.

00:09:31: auf der einen Seite ist diese kalte Logik des Marktes.

00:09:37: Alle Dinge sind käuflich in unserer Welt.

00:09:40: alles hat ein Price Tag.

00:09:42: Inzwischen ist es ja teilweise auch bei Serien-Filmproduktionen so.

00:09:47: Habe ich jetzt letztens gesehen, dass man irgendwo ... Bei manchen Streaminganbietern schon nachschauen kann in welcher Szene, welches Kleidungsstück und so weiter getragen wurde und wo man's kaufen kann und so.

00:09:57: Also irgendwie alles hat seinen Wert.

00:10:00: Alles ist erwerbbar, alles ist messbar.

00:10:03: Und auf der anderen Seite gibt's die Welt der Liebe.

00:10:07: Die ist echt rein unkäuflich Unverfügbar vielleicht auch, aber auf der anderen Seite irgendwo hat man das Gefühl dass es so eine Ebene jenseits des Marktes und etwas was unberührt von einem Preis, von einem Marktwert vielleicht auch ist.

00:10:25: Jetzt ist es so.

00:10:25: in deinem Buch Liebe und Konsum beginnst du mit einem Spruch den glaube ich viele kennen wahre Liebe lässt sich nicht kaufen Und dann zerlegst Du diesen Spruch über die verschiedenen Kapitel hinweg Stück für Stück.

00:10:40: Sind Liebe und Konsum wirklich so ein Gegenteil?

00:10:44: Paar oder sind die beiden nicht enger verwandt, vielleicht als wir zugeben wollen.

00:10:50: Wo kommt denn das Vokabular über die Liebe eigentlich her?

00:10:54: Oder wo kommt dann auch das VOKABULAR über unseren modernen Konsum her?

00:10:58: Wenn wir über Liebe hier sprechen, sprechen wir immer über die romantische Liebe Und das ist ein Konzept, dass in der Zeit um eighteenhundert entsteht.

00:11:07: So wie vieles andere was unsere moderne Gesellschaft prägt.

00:11:11: Reinhard Kosellig ist ein Historiker hat es mal Sattelzeit genannt also wo alles so sich ausdifferenziert auch was unsere Moderne Gesellschaft ausmacht und die romantische Liebe ist mit einem Aspekt davon und die Literatur hat tatsächlich gar keinen so geringen Anteil daran, dass dieses Konzept dann sehr populär geworden ist und zwar wirklich im eigentlichen Sinne des Wortes nämlich das es für breite Gesellschaftsschichten relevant wurde.

00:11:39: Und eben nicht nur... der Adel sich vielleicht damit befassen konnte, wen man eigentlich wie zu lieben hat.

00:11:47: Sowohl in der Soziologie als auch in der Literaturwissenschaft gibt es diese These eben das ohne Liebe keine Literatur und ohne Literatur keine Liebe.

00:11:56: Man muss dieser Zuspitzung nicht unbedingt folgen aber es hat einiges für sich weil es auch damit zusammenhängt dass natürlich mit den Reformen im Bildungswesen zu einer zunehmenden Alphabetisierung kam die Leute überhaupt lesen konnten.

00:12:11: Und was haben sie dann gelesen?

00:12:13: Also Frauen, vor allem auch Romane gab es eine ganze Diskussion im achtzehnten, neunzehn Jahrhundert dazu ob das eigentlich gut ist oder nicht und Damit wurde das in die Breite getragen.

00:12:25: Und heute sind es dann eben Netflix-Serien, Filme, die dieses Konzept auch weiter tragen aber wirklich entstanden.

00:12:32: und auch in dieser Konfiguration ... Weil was meinen wir wenn wir romantische Liebe sagen?

00:12:37: Dann geht es um die freie Partnerwahl.

00:12:39: Es geht die Festlegung auf exakt zwei Personen.

00:12:43: Es geht darum dass die Liebe eine Höchstrelevanz einnimmt.

00:12:47: Das heißt, Liebe schiebt sich vor alle anderen Werte Es darf nichts wichtiger sein als Liebe und das heißt, dass auch die Partnerwahl löst sich von vorherigen Vorgaben.

00:12:59: Die durch die Familie, durch den Stand, die Ökonomie aber auch die Religion gegeben wurde.

00:13:06: Das wird herausgelöst und dann hat man eben dieses Ideal der Liebesheirat was dann virulent wird.

00:13:14: Ich habe das immer so verstanden.

00:13:15: Es ist auch die Romantik ein Stückwann in der Gegenbewegung vielleicht zur Industrialisierung ist ja auch, die irgendwo gleichzeitig stattgefunden hat wo alles so eben doch auch Arbeitskraft und so weiter stärkermessbar wurde oder irgendwo vereinheitlicht wurde und es wie so einen Eskapismus auch raus ist vielleicht irgendwo in so eine Empfindsamkeit hinein.

00:13:33: Wenn ich das so betrachte oder so, dann habe ich wie es gefühlt ist schon ein großer Gegensatzpaar.

00:13:39: Immer noch Liebe und Kapitalismus der da so hart einsetzt.

00:13:44: Wo gibt's eine Verbindung in Ursprung von Romantik?

00:13:50: Zu warmen Welt oder?

00:13:51: Ich glaube, wir hätten das gerne.

00:13:53: Dass das so schön fein säuberlich getrennt ist auf der einen Seite eben das fast schon religiöse Liebesgefühl dass überhaupt nichts mit dem Alltag und schon gar nicht sowas wie mit Geld ja was schon schmutzig zu tun hat Auf der anderen Seite eben die Ökonomie, der Markt, der ganz rational agiert.

00:14:14: Das stimmt ja gar nicht, wissen wir auch.

00:14:16: Also jeder, der schon mal irgendwie an der Börse gehandelt hat weiß das und gibt es ja auch genügend psychologische Studien zu, dass Emotionen eine ganz große Rolle spielen und dass Menschen wenn sie jetzt zum Beispiel investieren auch wieder besseren Wissens handeln weil die Emotion so stark ist.

00:14:32: Und der Konsum... also du hast natürlich recht, die andere Seite der Industrialisierung, wenn man weggeht von der Produktionsseite.

00:14:44: Weil mit der Industrialisierung und der Hochskalierung in der Qualität und auf einmal gab es waren vorher unvorstellbaren Mengen das muss natürlich auch jemand kaufen und es muss jemand kaufen wollen.

00:14:56: ja und das heißt diese die Konsumgesellschaft wie wir sie heute kennen und vor allem auch die Massenkonsumgesätschaft entsteht im neunzehnten Jahrhundert.

00:15:05: Da gibt es aber natürlich dann doch schon einen Zusammenhang.

00:15:09: Und das habe ich mir nicht ausgedacht, sondern andere schlaue Leute unter anderem die israelische Soziologin Eva Elouz oder auch so jemand wie Colin Campbell der ein Zusammenhang zwischen romantischer Ethik und modernem Konsum herstellt.

00:15:25: Und Eva Elous sagt zum Beispiel dass die romantische Liebe nur deshalb eine Utopie werden konnte in unserer Gesellschaft diese ja bis heute ist weil sie sich mit dem Kapitalismus eine Verbindung gibt oder eine Verknüpfung gibt.

00:15:40: Und sie sagt, Liebe und Konsum befeuern sich gegenseitig oder ermöglichen sich gegeseitig sind wie Katalysatoren ja?

00:15:51: Sie macht das an zwei Prinzipien fest was Liebe und Kapitalismus jetzt erstmal angeht.

00:15:58: Das eine ist die Souveränität des Individuums gegenüber der Gruppe, also eine Individualisierung.

00:16:05: Und das andere ist, sie nennt das Aura der Transgression, was steckt dahinter?

00:16:09: Dass sowohl Liebe als auch Kapitalismus den Istzustand überwinden wollen und ein besseres Leben fordern oder versprechen.

00:16:21: Sie macht das dann deutlich an verschiedenen Entwicklungen, zum Beispiel die Verdinglichung der romantischen Liebe wie sie das nennt.

00:16:29: Und da gibt es ein ganz gutes Beispiel für nämlich das Rendezvous.

00:16:34: Das gab's ja nicht schon immer sondern das ist eine Entwicklung von Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.

00:16:39: und davor zur Anbahnung von Partnerschaften und vor allem auch von ihnen musste der Mann im Haus, der Frau bei den Eltern vorsprechen.

00:16:48: Das heißt das war ein ganz klares Setting in einem familiären privaten Raum.

00:16:55: Und mit den Umwälzungen denen die wir dann um nineteenhundert und vor allen Dingen nach dem ersten Weltkrieg sehen eine Lockerung der Sexualmoral und eine Entstehung von sowas wie einem Freizeitmarkt finden diese Treffen auf einmal in der öffentlichen Sphäre statt und man trifft sich nicht mehr daheim, sondern man geht ins Restaurant.

00:17:15: Man geht ins Kino, man geht in den Freizeitpark und ähnliches.

00:17:19: Und das heißt die Liebe wird oder die Initierung von Liebe wird in eine Konsum-Sphäre verschoben.

00:17:26: Und das sind parallele Entwicklungen, die doch irgendwo so alles was wir mit Liebe assoziieren.

00:17:32: Die ganzen Gesten, die Requisiten ist noch ein spannendes Wort auf das wir später nochmal kommen.

00:17:38: So all die Objekte Gegenstände, mit denen wir hantieren um vielleicht auch Liebe zu inszenieren oder uns in eine romantische Sphäre hineinzubegeben.

00:17:45: Das sind letztendlich alle Konsumgüter, die so auch nur da sind weil es eben eine parallele Entwicklung da gab und diese öffentlichen Räume entstanden sind.

00:17:54: Und dann das Rendezvous des Date, so auch im öffentlichen Raum stattfinden konnte.

00:17:59: Da fangen die Dinge an schon zu verschwimmen.

00:18:01: Das was man so schön getrennt wissen wollte irgendwo lieber in Konsum geht da Hand in Hand einfach weil auch die Sprache mit der wir uns ausdrücken grundlegend von einer Konsumgesellschaft auch mit geprägt ist.

00:18:14: und auch dass wir über Liebe sagen können am Ende des Tages auf diesem Vokabular irgendwo mit aufbauen.

00:18:18: So lese ich das mal so ein bisschen.

00:18:21: Es gibt bei Eva-Ilusen noch einen anderen Begriff, den ich sehr spannend fand und den ich hier einmal einwerfen möchte.

00:18:26: Das ist der Begriff Liminalität.

00:18:28: Und es meint ein Schwellenzustand – und zwar dem Moment in dem die Alltagslogik aussetzt!

00:18:36: Also es ist deshalb relevant und das knüpft an dieses Rendezvous-Beispiel an, weil man verlegt die Liebe vom privaten Raum in den öffentlichen Raum.

00:18:47: Und man muss da natürlich wiederum Privatheit schaffen.

00:18:50: Ja?

00:18:51: Und diese Grenzziehungen, die da dann stattfinden... Sie spricht davon ne?

00:18:59: Kleidet sich besonders im Restaurant.

00:19:02: Es gibt dann irgendwie natürlich besondere Speisen, es gibt Stoff-Servietten also Dinge die man auch nicht unbedingt zu Hause verwendet und um eben Besonderheit zu markieren und auch Luxuswaren gehören damit dazu.

00:19:18: Und wenn man nochmal...

00:19:20: Also die ganz besondere Flasche Wein oder die besonders exklusive Speisekarte?

00:19:25: Genau!

00:19:25: Was auch potenziell etwas kostet, weil es sonst nichts wert ist.

00:19:31: Also da sieht man schon, wenn wir

00:19:33: diesen Preis... Der Preis ist doch irgendwo auch ein Ausdruck für den Wert der Liebe?

00:19:40: Genau im Schlimmste.

00:19:41: also, wenn man das ganz ins Extreme denken möchte.

00:19:43: und es gibt natürlich auch genau eine gegenteilige Konzeption.

00:19:46: die sagt so diese bohemienartige Liebeskonzeption, die sagt nee, das hat gar nicht damit zu tun aber die meisten Dates im Restaurant funktionieren so.

00:20:01: Und wenn man nochmal guckt, Liminalität wo kommt das her?

00:20:05: Das hat ja was mit Ritualen zu tun dass man sagt also wenn man sich das jetzt wirklich einfach mal so ganz holzschnittartig vorstellt Initiations-Riten d.h.

00:20:18: das Individuum geht in einem anderen Zustand raus aus dem Rituel als es reingegangen ist.

00:20:23: und Das ist auch der Hintergrund, dass man sagt nach dem Rendezvous und nach dem Essen im Restaurant geht man in einem anderen Zustand der Zweiheit.

00:20:33: das Paares raus, als man vielleicht vorher hingegangen ist.

00:20:36: Das finde ich einen wahnsinnig spannenden Moment um einfach mal einzublänten was wir bei Events machen.

00:20:42: weil letztendlich wenn ich zu einem Kunden gehen würde und sagen würde wir machen jetzt mal eine ganz romantische Inszenierung wir wollen eine ganz Romantische Stimmung erzeugen und all deine Kunden deine Zielgruppe deine Mitarbeiter vielleicht auch in so einer Atmosphäre reintauchten also da kann ich direkt wieder rausgehen.

00:20:58: Man darf immer sagen es hat ja nichts miteinander zutun.

00:21:01: Aber wenn wir uns dieses Szenen jetzt gerade noch mal vorstellen, von einem Rendezvous in dem Restaurant und man erzeugt einen Schwellenzustand eben dadurch dass man das Licht dimmt.

00:21:10: Dass man exklusive Requisiten hat, dass man so ja aus dem Alltag auch Ausbericht eine besondere Situation reingeht um verändert daraus wieder hervorzugehen da gibt es wahnsinnig starke Parallelen zu dem, was wir in der Event-Inszenierung machen.

00:21:26: Wir schaffen einen exklusiven Raum in der Öffentlichkeit aber doch irgendwo privat.

00:21:31: Wir holen da eine Zielgruppe hin die auf Einladung kommt auch schon diese ganze Generation.

00:21:36: im Vorfeld liegt so eine Spur von besondere Atmosphäre und Ausbruch aus dem Alltag.

00:21:43: Wir dimmen das Licht, wir machen eine Soundinszenierung.

00:21:45: Du hast von deinem Konzertmoment erzählt auch wo wir Emotionen auch inszenieren oder hochdrehen um dann ja verschiedene Requisiten vielleicht zur Verfügung zu stellen.

00:21:56: manchmal gibt es etwas zum präsentieren oder einen großen gemeinsamen Moment an einem Event oder ein Produkt was lanciert wird Und dann gehen wir raus und hoffen, dass wir an der Stelle eine Veränderung bewirkt haben.

00:22:10: Also alle Teilnenden auf ein anderer Art und Weise wieder nach Hause schicken.

00:22:13: Das hat jetzt so viele Parallelen, das man denke ich schon sehr mit Hand und Fuß sagen kann, das sind doch die gleichen Kulturtechniken, die da angewendet werden um Liminalität zu erzeugen, um Schwellenzustand zu erzäugen und um emotionale Verbundenheit zu kreieren was ja doch das Leitthema von unserer Studie auch an der Stelle ist.

00:22:36: Was sorgt dafür, dass das echte Verbindung entsteht?

00:22:41: Hast du da Anleitung vielleicht eben auch aus der Literaturwissenschaft heraus, was man da als Marke tun kann um jetzt nicht nur eine Atmosphäre zu erzeugen sondern echte Verbundenheit zu erzeigen mit dem Thema was da präsentiert wird oder zuschaugestellt wird.

00:22:54: Es ist eine spannende Frage, aber ich fürchte, dass ich da gar nicht die Zauberformel habe.

00:23:02: Wie entsteht Verbundenheit letzten Endes?

00:23:05: Ist das immer eine Verbindung Mensch zu Mensch?

00:23:08: und da würde ich sagen, das ist etwas was nicht im letzten Rest erklärbar ist und wenn es bis zum letzten Rest nicht erklär- und rationalisierbar ist, man kann es auch nicht... hundert Prozent erzeugen, dass man sagt, wenn ich das mache passiert auf jeden Fall das.

00:23:28: Ich bin froh, dass es noch ein Rest-Transcendencer gibt, eine Restunverfügbarkeit in der ganzen Geschichte.

00:23:33: Aber ich würde sagen ist es nicht erklärbar aber es ist erzählbar.

00:23:37: um vielleicht auch nochmal auf den Beginn was macht Literatur eigentlich?

00:23:42: Also man kann natürlich auch die Literatur als... Auch das ist natürlich eine Funktion Anleitung oder auch als Experimentierfeld ohne dass es direkt soziale Konsequenzen hat.

00:23:54: Aber ich glaube, diese Verbindung Mensch zu Mensch mit diesem Schwellenzustand und dieser Showbühne die man quasi baut erschafft man Bedingungen der Möglichkeit das es passieren kann und man kann gewisse Wahrscheinlichkeiten.

00:24:11: also wenn das Licht zum Beispiel nicht gedimmt ist sondern weiß ich nicht Tageslichtweiß runterstrahlt ist die Wahrscheinlichkeit geringer.

00:24:18: Man kann diese Wahrscheinlichkeit erhöhen, aber ich glaube es gibt keine Garantie.

00:24:24: ist letzten Endes das unkalkulierbare auch in der menschlichen Interaktion.

00:24:29: Das finde ich einen ganz spannenden Punkt, weil man letztendlich so wie du es formuliert, finde ich auch so Angebotenschaft immer noch als Gastgeber, als Marke ein Angebotschaft gemeinsam einen Schritt weiter zu gehen, eine engere Verbindung einzugehen und man kann das über das Licht tun, über den speziellen Ort vielleicht auch mit Gesten die halt sehr exklusiv vielleicht daherkommen, um Wertschätzung auszudrücken.

00:24:56: Ich fand einen nächsten Begriff den ich einbringen möchte da sehr spannend weil er so einen sehr interaktiven Moment auch hat.

00:25:05: das ist der Begriff von Wolfgang Ulrich.

00:25:08: Biographie-Requisiten benutzt er gerne als Wort.

00:25:13: Kannst du uns ein bisschen mit reinnehmen, was mit dem Wort gemeint ist Biografierequisite?

00:25:17: Also Wolfgang Ulrich ich muss erst mal noch einen anderen Kulturwissenschaftler damit anführen.

00:25:22: Nämlich Grant McRacken, der ganz viel zu Konsum gearbeitet hat auch sowas wie den Didero-Effekt erklärt hat.

00:25:31: aber er sagt materielle Güter haben über ihren materiellen Wert und Eigenschaften hinaus einen Mehrwert nämlich kulturelle Bedeutung.

00:25:42: Und ich war das jetzt auch schon wieder ein paar Jahre her in London im Museum of Brands.

00:25:49: Da kann man das wunderbar nachvollziehen, weil also zumindest damals war es so, es gab große Vitrinen die waren nach Jahrzehnten geordnet und da waren die käuflichen Dinge... Also wenn heute würde man sagen aus dem Supermarkt, die ist natürlich damals noch so noch nicht, also im drin, also die Kaffeeverpackung und die Milch- und Zigaretten.

00:26:11: Und ich fand das, obwohl ich mich schon mit diesem Zusammenhang und diesen ganzen Thema auch befasst hatte trotzdem war ich überrascht wie man sehr genau Kulturgeschichte nur anhand dieser Produktverpackungen auch nachvollziehen kann.

00:26:28: Also Konsum, Güter.

00:26:29: Geschichte ist Kulturgeschichte?

00:26:31: Genau natürlich in den in den vierziger Jahren.

00:26:34: auf einmal wird alles farblos weil die ganzen Produktionen von Farbe oder wie auch immer also für den Krieg und man fließt quasi ein auch in die Produkt Verpackung was den Menschen passiert.

00:26:52: Das nimmt Wolfgang Ulrich auf und sagt, nach dem Zweiten Weltkrieg spätestens in diesem Verlauf sind die Waren, die wir kaufen können in ihrer Qualität haben sich angeglichen.

00:27:09: nicht mehr was völlig Schrottiges verkaufen, wenn man irgendwie etwas auf sich hält als Marke.

00:27:14: Und das heißt ich muss einen anderen Grund finden, was mein Marketing würde man sagen Unique Selling Pointe ist.

00:27:23: und er beruft sich dann eben auf Mac Cracken, der sagt es gibt sowas wie kulturelle Bedeutung und sagt naja die...das Individuum fühlt sich stärker, wenn es umgeben ist von Dingen, die ihm zusätzliche Möglichkeiten verheißen.

00:27:39: Und das heißt zusätzliche Rollen in alternativen Biografien, ja?

00:27:44: Das heißt Dinge machen Identitätsangebote und das hat dann nichts mehr mit dem Materialwert zu tun sondern er nennt es Fiktionswert oder auch Möglichkeitssinn.

00:27:55: Und dass ist relativ offen wie Er sagt so ein bisschen die kantische Zweckmäßigkeit ohne Zweck

00:28:00: d.h.,

00:28:01: es wird so'n bisschen Richtung vorgegeben aber das Individuum fühlt sich nicht eingeschränkt davon.

00:28:06: dieses auch dieses Träumen, was man im Warenhaus zum Beispiel beobachten kann.

00:28:13: Dass Menschen Dinge in die Hand nehmen und versonnen vor sich hinblicken das gehört dazu.

00:28:20: sie träumen dann von Möglichkeiten.

00:28:23: wenn ich das kaufe kann nicht dass und das sein und es hat ein bisschen eine Kehrseite also das Konsum Güter derart identitätsstiftend sein können, ist natürlich die Variabilität.

00:28:37: Also es gibt ganz viele Optionen und man kann sich heute in der Post-Moderne geht eh nicht mehr davon aus dass es sowas wie eine wahre authentische Identität des Individuums gibt.

00:28:53: das hat damit zu tun und deswegen sagt Ulrich auch haben bedeutet nicht sein sondern haben bedeutet werden Und diese Formulierung bringt das, glaube ich sehr gut auf den Punkt.

00:29:06: Da ist es natürlich eine Technik jetzt auch wiederum die von Marken perfektioniert worden ist.

00:29:11: in den letzten zwanzig- dreißig Jahren würde ich sagen wo einfach Narrative geschaffen werden weil man weiß Das Produkt verkaufte ich am Ende über das Narrativ.

00:29:20: Über diese Welt, über diese Fantasie... ...über das haben wollen im Sinne von diesem Lifestyle, dem Lebenstrauen, den man haben möchte und der materialisiert sich einfach nur in diesem Gegenstand.

00:29:31: und deswegen holte ich diesen Gegenstand zu mir als Biografierequesite um meine Biographie weiterzuschreiben und mir selbst eine neue Version von mir selbst zu geben, zu schenken quasi indem ich es kaufe.

00:29:44: Mit dem Kauf kaufe ich eine neue version von mir Selbst Und das ist natürlich eine spannende Sache jetzt wiederum, auch für, denke ich, Markenkommunikation im Ganzen.

00:29:53: Aber auch für Eventinszenierung insbesondere, wo man auf der Bühne ja nicht nur auch PowerPoint Slides inszenieren kann – auch die können, denk' ich, ne Biografie requisite sein!

00:30:04: Aber ich sage auch gerne mal irgendwo jemanden, der vielleicht das erste Mal auf der bühne steht, bringt noch einen Gegenstand mit auf die Bühnen.

00:30:10: Das macht es dir viel leichter, vielleicht deinen Punkt zu visualisieren oder die Geschichte, die du erzählen würdest, einen physischen Anker zu geben.

00:30:18: Und das ist im Prinzip auch eine Biografierequisite glaube ich.

00:30:21: Oder eben bei der Produktinszenierung würde man dann dem ganzen Publikum eigentlich nahe legen dass dieses Produkt was man dort inszeniert ne passende Biografierequisite für diese Zielgruppe ist.

00:30:33: Also Social Media ist natürlich voll davon.

00:30:35: Das lebt, also alle Influencer leben davon genau das sie diese Produkte in die Kamera halten und vorleben dass sich damit ein anderes Leben verbindet.

00:30:47: ja Dass man damit schön reich

00:30:51: klug

00:30:52: wobei klug weiß ich nicht Ich bin da nicht so viel unterwegs aber Das schöpft das natürlich voll ab.

00:31:00: Ich denke, wir kriegen so langsam ein Gefühl dafür wie Romantik und Konsum, Liebe und Konsumen doch zusammenhängen über diese Schwellenräume die wir schaffen über Biografie-Requisiten über einen modernen Hedonismus.

00:31:14: Letztendlich glaube ich auch der, der sich so ein bisschen unterscheidet vom klassischen Hedonnismus wo man irgendwo doch sehr physisch gedacht hat und irgendwo so im antiken Rom.

00:31:24: die Szene hat man dann schnell vor sich mit Orgieren, die dann irgendwo sehr auf körperliche Bedürfnisse gestrickt sind oder zugespitzt sind.

00:31:34: Der moderne Hedонismus bewegt sich ein Stück weit stärker in der Fantasie in den Geschichten, zwar noch verbunden sind, aber es geht nicht mehr so sehr um den physischen Moment sondern stärker um dem psychischen Moment oder den fantastischen Moment in der Narration.

00:31:55: Es geht um die Emotion dieser moderne Hedonismus.

00:32:00: was du gerade gesagt hast das ist ja eine These von Colin Campbell und er sagt dass im modernen Hedonnismus eben genau nicht mehr das was wir anfassen können also die sinnliche Wahrnehmung sondern Emotionen, die Quelle von Verknügen, er sagt Pleasure sind.

00:32:18: Und dass das Individuum und es passt sehr gut auch zu Wolfgang Ulrich und den Fiktionswert ein Dream-Artist oder ein Artist of the Imagination ist und Illusionen erschafft in Gedanken, von denen das Individuum weiß, nicht real sind, die sich aber real anfühlen.

00:32:38: Ich finde das wahnsinnig spannend weil es irgendwo auch für meine Arbeit bedeutet wir machen letztendlich nicht nur irgendwo Markenarbeit in einem abgeschlossenen Markenuniversum oder nicht nur Business in dem Business-Universum sondern es geht an der Stelle eigentlich immer um Kulturarbeit.

00:32:56: Wir leben ja wie in der Zeit von Reizüberflutung, wo eigentlich wahnsinnig viele von diesen Angeboten gemacht werden.

00:33:03: Man kann sich zu Tote scrollen im Internet durch wirklich endlosen Content, durch Galerien die immer neue Angebote machen und einem von Traum zu Traum jagen.

00:33:14: es ist wie so eine Fantasie auf Knopfdruck.

00:33:16: Bricht diese Gleichung aus Sehnsucht- und Konsumen irgendwann auch zusammen?

00:33:21: Ich würde sagen nein weil dieses grundsätzliche Begehren nach immer neuen Bedürfnissen, also auch mit Colin Campbell gesprochen nie aufhört.

00:33:37: Die Frage ist aber eher welche Plattformen?

00:33:40: Also das was du gerade beschrieben hast ist ja vor allem das Internet und Social Media und da sehen wir schon Ich glaube, je nachdem in welcher Bubble man sich auch bewegt.

00:33:52: Dass es Leute gibt die sagen ich kann nicht mehr oder ich verabschiede mich jetzt oder das ist alles viel zuviel oder jetzt mit AI kommt der AI-Slop und es ist eigentlich ganz schwierig noch irgendwie gehaltvollen Content zu finden.

00:34:08: Und also die Ermüdung ja wenn man jetzt nochmal ein bisschen stärker auf Konsum konkret guckt wie Minimalismus?

00:34:19: Was ja auch, ich würde sagen vermeintlich eine Abkehr ist von der Konsumkultur.

00:34:24: Aber auch das hat der Kapitalismus wie er es oft so macht mit subversiven Strömungen schon wieder vereinnahmt.

00:34:31: und auch Minimalismus heißt im Zweifelsfalle dass sich meine ganze Wohnung oder das ganze Haus umgestalten muss und dafür muss ich ganz viele Dinge kaufen.

00:34:39: Und dann bin ich wahrscheinlich immer noch unglücklich.

00:34:43: Es ist doch in Amsterdam!

00:34:45: Genau weil es eben nie erfüllt werden kann.

00:34:47: also wir sind Wenn man Colin Campbell folgt, dass das eine Prägung auch aus dieser romantischen Ethik ist wie er es nennt.

00:34:56: Sind wir so konditioniert darauf?

00:34:58: Dass man sich vielleicht von Social Media und dem Internet abwendet aber dieser grundsätzliche Zusammenhang, dass an Ende kommen glaube ich eher nicht

00:35:14: So.

00:35:14: in deinem Buch, Liebe und Konsum hast du verschiedene Romane auch analysiert.

00:35:19: Und die machen da eigentlich sehr spannende Beobachtungen an dem Thema, an den wir gerade dran sind.

00:35:24: Da würde ich gerne noch ein bisschen mit dir reingehen, weil das ganze Thema so plastisch macht.

00:35:28: Die erste Geschichte, die wir da haben ist von David Wagner oder von David Wagnar und die Geschichte heißt Vier Äpfel.

00:35:37: David Wagnars Vier-Äpfel ist ein Supermarkt Roman!

00:35:42: Und allein das ist schon ein Phänomen, was man sich, glaube ich, vor fünfzig Jahren nicht hätte vorstellen können.

00:35:53: Die literaturgeschichtliche Perspektivierung ist natürlich der Warenhaus-Romanen, der aber ganz anders funktioniert.

00:35:59: und was Wagner hier macht, dass er seinen Protagonisten einen Gang durch den Supermarkt lang begleitet in hundertvierzig Stationen oder Abschnitten dieses Romans über Liebe und Konsum senieren lässt, würde ich jetzt mal sagen.

00:36:19: Und das heißt dieser Roman stellt diesen Zusammenhang wirklich explizit aus oder expliziteer als es jetzt zum Beispiel Solaas Obuner de Dammas im neunzehnten Jahrhundert macht als Warenhaus-Roman.

00:36:36: Zum Hintergrund muss man wissen dass der Protagonist verlassen worden ist von seiner Ehefrau, die nur als L-Punkt.

00:36:45: Da kann man natürlich auch noch ganz viel reingelesen.

00:36:47: Die Liebe ist gerade zerbrochen?

00:36:48: Genau!

00:36:49: Und er geht durch den Supermarkt, er sieht die Produkte und die Marken und erinnert sich was sie dazu gesagt hat warum sie diese Marken kauft, warum sie sie nicht kauft... Es ist fast so eine Konsumgeschichte des Paares.

00:37:06: Das sind

00:37:07: ganz viele gemeinsame Biografierequisiten.

00:37:09: eigentlich,

00:37:09: genau?

00:37:09: Genau!

00:37:10: Weil natürlich wenn man... ich glaube das ist so evident dass man da gar nicht darüber nachdenkt.

00:37:15: aber wenn man als Paar zusammenlebt natürlich kauft man dann ein Waschmittel und nicht jeder hat sein eigenes ja und genau darüber denkt er nach.

00:37:24: Ich kaufe immer noch das Waschmittel das Elf verwendet hat.

00:37:27: das heißt auch der Geruch ist überall und er kommt von dieser gescheiterten Liebe nicht los Obwohl er darüber nachdenkt, wie er denn an neue Produkte... Also vielleicht sollte er auch mal was anderes als eine andere Mütelsort kaufen.

00:37:43: Aber er beobachtet die Frauen im Supermarkt und entzündet sich immer an Kleidungsstücken oder Dinge, die sie im Warenkorb haben.

00:37:54: Unterscheidet von L- und da müssen Sie nicht gut genug.

00:37:56: Und das heißt, er interagiert.

00:37:58: Es gibt keinen Kontakt zu anderen Menschen.

00:38:00: Also es gibt kein Dialog im Roman, sondern er interagt eigentlich nur mit sich selbst und den Produkten und den Marken.

00:38:09: Das zeigt so diese Ambivalenz.

00:38:11: Es ist dieses Riesenangebot an Marken, an wahren Identitäten und aber auch potenziellen Liebespartnern.

00:38:20: Er hat sich aber einmal für eine entschieden und die verstellt jetzt auch den Blick auf was.

00:38:26: vielleicht noch sein könnte.

00:38:28: Wahnsinn, also ich kann das sehr gut nachvollziehen.

00:38:31: oder ich sehe mich selbst durch die Supermarktregale laufen und überleg schon okay welche Züge in meinem Leben machen sich an bestimmten Produkten fest?

00:38:40: Und was wäre wenn ich dieses Produkt ändern würde?

00:38:42: dann würde es mein Leben wahrscheinlich ändern.

00:38:44: an der Stelle?

00:38:46: Sehr eindrückliche Szene in meinen Augen.

00:38:50: Ich würde gerne noch eine zweite Szene mit dir dazustellen.

00:38:53: Und zwar geht es um einen Roman von Daniel Gladdauer, gut gegen Nordwind.

00:39:01: Beschreibt doch auch da mal was die Handlung in diesem Roman ist?

00:39:04: Also vielleicht muss man das noch dazu sagen David Wagner und auch Daniel Gladthauer sind alles aus den Nullerjahren.

00:39:11: Das heißt jetzt schon wieder ein bisschen her.

00:39:14: Und wenn ich jetzt sage, das ist ein E-Mail-Roman.

00:39:17: Dann haut das heute irgendwie gar niemanden mehr aus den Socken, ja?

00:39:20: Aber... Das

00:39:21: müsste ein WhatsApp-Romant sein

00:39:22: oder so was.

00:39:23: Genau!

00:39:24: Aber es war durchaus etwas Neues.

00:39:27: Auch das hat natürlich einen literaturgeschichtlichen Vorgänger, nämlich die Briefromane.

00:39:33: der bekannteste deutschsprachigen Raum ist mit Sicherheit Goethe's Die Leidende des Jungen Werter und hier geht es aber um ein paar, dass sich E-mails schreibt Beziehungsweise Korrektur, kein Paar.

00:39:47: Zwei Menschen die sich E-Mails schreiben, so genau müssen wir sein.

00:39:51: Diese E-mails werden abgedruckt.

00:39:53: So als wären sie Briefe.

00:39:55: Das heißt an der Stelle des Körpers tritt die Schreiboberfläche und konstruiert quasi den anderen.

00:40:06: Und Leo und Emmy, so heißen die beiden in dem Roman.

00:40:10: Erschaffen dann eben auch Fantasie-Leo und Fantasiemmi.

00:40:15: Es geht die ganze Zeit darum herauszufinden was verbirgt sich hinter dieser Schreiboberfläche?

00:40:23: Das ist eine Frage, die in Liebe wie ein Konsum ganz virulent ist nämlich von Oberflächen und Tiefe.

00:40:28: Von etwas das ich im Schein vielleicht nur wahrnehmen kann und einem authentischen Kern oder vielleicht auch einer Maske und die vielleicht was Falsches suggeriert.

00:40:38: Also dieser fehlende Körper, diese fehlenden Tiefe versuchen sie über verschiedene Mittelchen zu kompensieren.

00:40:51: Es gibt eine Szene da planen Sie ein Treffen das aber eigentlich ein Nichttreffen ist weil sie sagen wir behalten uns in einem bestimmten Café an einem Tag zu einer bestimmten Uhrzeit beide auf Und dann gucken wir mal ob wir den anderen erkennen.

00:41:04: Das überträgt dieses hermenäutische Spiel, wer ist der andere?

00:41:08: Von der Virtualität in die Realität.

00:41:11: Und Leo bedient sich eines Tricks, nämlich seiner Schwester mit der er sich versteckt und Emmi erkennt ihn nicht.

00:41:21: Die beiden sehen sich auch tatsächlich nicht.

00:41:23: Das bringt auch wieder dieses Scheitern.

00:41:26: Will man das wirklich oder will man es nicht?

00:41:29: Es ist immer dieses Changieren.

00:41:33: wenn es dann wirklich um Liebesbeziehungen geht, das weiß man auch aus der psychologischen und sociologischen Forschung.

00:41:41: Auch Eva-Elus sagt dass der Körper ist unabdingbar und man kann dieses Begehren, das immer nur im Aufschub besteht, nicht unendlich fortsetzen.

00:41:52: Dieses Begehren nach der Begegnung die aus dieser Fantasie entsteht, die die Fantasier aber auch gleichzeitig gefährdet wenn man denn dieses Treffen realisiert weil dann kann es sein dass die Fantasi in sich zusammenbricht.

00:42:05: Die Enttäuschungen entstehen schon da auch wenn man ein Produkt bestellt in dem Moment wo man's geliefert bekommt?

00:42:10: Genau!

00:42:10: In dem Moment der Realisierung bedeutet meistens also jetzt im Produktkontext oft Enttäuschung.

00:42:17: Weswegen es dann zu dieser Verschiebung kommt auf ein neues Objekt, das ist diese Rastlosigkeit?

00:42:22: Ich finde es wahnsinnig spannend weil es eben doch ein Symptom auch beschreibt von unserer Zeit die Konsum eben auch vielfach digital inszeniert und dort auch verhaart oder immer wieder neue Fantasie an Gebote macht.

00:42:34: aber es lehrt doch ein Stück weit dass das Marken nicht rein digital kommunizieren können oder den kommunizierten sollten wenn sie nach einer echten Verbundenheit.

00:42:46: Ich habe das ein bisschen zugespitzt in einem Statement und würde es mal mit der nächsten Rubrik reinwerfen.

00:42:53: Hättest du das gedacht?

00:42:57: Wer Marken nur digital aktiviert, bekommt Produktaffären!

00:43:01: Wer markenteuer will muss den Körper ins Spiel bringen.

00:43:05: Denn ohne den physischen Moment bleibt jedes Liebesversprechen Fantasie – und Fantasien kennt keine Sättigung.

00:43:12: Erst der Körper bindet die Sehnsucht an die Realität und macht aus einer Affäre eine Beziehung.

00:43:18: Ist das zu stark zugespitzt?

00:43:20: Ich glaube nicht.

00:43:23: vor dem Hintergrund, solange wir selber als Menschen noch einen Körper haben was meine ich damit wenn wir irgendwann so weit sind kann gar nicht einschätzen wie nah wir da dran sind dass wir unser Bewusstsein auf eine virtuelle Plattform hochladen können und dann nur noch in der Virtualität miteinander agieren.

00:43:46: Solange das nicht der Fall ist, sind wir an unseren Körper gebunden.

00:43:52: Und wenn wir jetzt sagen Wir schaffen das ab Also wir brauchen diesen realitätsanker nicht mehr Was heißt das denn?

00:44:03: Wir sind ja immer noch, ich will jetzt gar nicht heidergerisch von Geworfenheit sprechen auf unseren Körper und in diese Welt gesetzt.

00:44:11: Aber das ist unser primärer Erfahrungsraum.

00:44:14: So

00:44:15: sind wir konstituiert, würde ich auch sagen.

00:44:19: Von daher würde ich da sagen, da bin ich einverstanden mit dem Statement.

00:44:24: Markenkommunikation braucht physische Anker!

00:44:30: Wir sind gestartet bei dem Gegensatz von Liebe und Konsum.

00:44:34: Und haben ihn jetzt, glaube ich auch in unserem Talk-Step by Step aufgebrochen.

00:44:38: schon nur mit der Beobachtung des Konsum und Liebe in der Form wir darüber sprechen können zur gleichen Zeit entstanden sind.

00:44:48: Auch das Rendezvous im öffentlichen Raum doch irgendwo mit Konsumgütern sehr stark inszeniert wird und gar nicht so weit von Markeninszenierung entfernt ist oder zumindest die gleichen Kulturtechniken dort zum Einsatz kommen.

00:45:04: Ich glaube, das ist etwas was zwei Drittel unserer Unternehmen auch gespürt haben.

00:45:08: Das es in Ergebnis, was unsere Survey auch hergibt, dass echte Verbundenheit doch ein sehr wichtiges Thema ist, was auch inszeniert werden kann und sollte.

00:45:21: Und jetzt haben wir da einen Stück weit Begriffe heute für entwickelt mit Liminalität zum Beispiel.

00:45:28: Ich empfinde uns jetzt nach unserem Talk als Agentur, aber auch als Marker, als Unternehmen wie so Architekten für Liminalitet.

00:45:36: wir bauen diese Schwellenräume in denen besondere Atmosphäre entstehen kann und besondere Beziehungen auch aufgebaut werden können.

00:45:45: Wir können dafür Requisiten nutzen.

00:45:47: Requisit sind ein ganz spannendes Element um Identität zu stiften.

00:45:52: Man kann sich Requisiten aneignen, indem man ein Foto macht.

00:45:56: Indem man ein Giveaway mit nach Hause nimmt und in dem man vielleicht auf einem Bühne auch eine Requisite auf besondere Art ausgestellt sieht und sich mit der Verbunden fühlt.

00:46:05: Und wir erzählen unser Leben doch nicht auf einer komplett abstrakten Ebene sondern eigentlich gern auch mit solchen haptischen Ankern die wir dann ja vielleicht auch das Produkt zu uns nachhause holen um damit unsere eigene Biografie weiter zu erzählen.

00:46:22: Und in dem Sinne ist das alles, was wir da als Architekten von Liminalität tun irgendwo auch bestenfalls keine Dekoration sondern Kulturarbeit.

00:46:33: Irgendwo hilft es uns wenn wir live in einem Raum zusammenkommen um aus einer rein virtuellen Fantasie auszubrechen und wie so ein Anker zu haben dass das was wir virtuell vielleicht auch über Einladung über Kommunikation per E-Mail

00:46:48: etc.,

00:46:49: was wir dort besprochen haben, dass das echt ist Und dieser Anker, der lässt sich nicht einfach wegdiskutieren.

00:46:55: Solange wir als Menschen mit dem Körper verbunden sind wie du auch gesagt hast ist das wie so ein Grundbedürfnis was wir haben und entsprechend glaube ich für Marken eine wahnsinnig wichtige strategische Einsicht dass dieser physischen Moment einen sehr wichtigen Moment in ihrer Kommunikation um Wahrheit überzubringen.

00:47:17: Jetzt mal noch eine Abschlussfrage an dich.

00:47:18: Wenn Marken und Agenturen immer besser darin werden, diese Codes der Liebe zu inszenieren, können wir dann irgendwann nicht mehr unterscheiden ob wir wirklich lieben oder nur noch konsumieren?

00:47:32: Und also wollen wir das überhaupt noch unterscheidern, ob wir gerade liegen oder konsumiert?

00:47:37: Nein und ja!

00:47:41: Der Zusammenhang... von Liebe und Konsum heißt nicht, dass das eine das andere ersetzt.

00:47:46: Und ich glaube es ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:47:50: Deswegen glaube ich nicht, damit es zusammenfallen kann in dem Sinne weil wenn Menschen das tatsächlich verwechseln kippt es im schlimmsten Fall ins Pathologische also die Marke die glaube ich diese emotionale Bindung perfektioniert hat wo alle zu aufschauen Apple Es gab eine Kampagne, die hieß Laft.

00:48:13: Und begann damit das der Spot.

00:48:17: und dann werden ganz viele iPhones eingeblendet und es ist ein iPhone als ob man diesen Hinweis gebraucht hätte.

00:48:23: Aha ja!

00:48:24: Dann wird eben gesagt and it comes with something different.

00:48:28: und da geht es weiter dass eben neunneinzig Prozent der Leute die ein iPhone besitzen sagen, dass sie ihr iPhone lieben.

00:48:34: Das heißt, Liebe wird als Unique Setting Point installiert.

00:48:38: Und am Ende kommt dann der Claim – if it's not an iPhone?

00:48:42: It's not in iPhone!

00:48:44: Und es hat fast was Religiöses.

00:48:46: also Gott, der sagt auf die Frage wer bist du?

00:48:50: ich bin der Ich Bin oder ich werde sein der ich sein werde und das ist natürlich unglaublich stark.

00:48:58: aber trotzdem ich glaube selbst Menschen die sagen würden ich liebe mein iPhone wissen immer noch Dass das ein Gerät ist und dass es kein Mensch ist.

00:49:05: Das ist gut, glaube ich, wenn man diese Entscheidung immer noch für sich treffen kann.

00:49:09: Gleichzeitig finde ich erhöhte es aber doch auch irgendwo für Marken die Verantwortung.

00:49:16: sich bewusst zu werden, dass man eben nicht nur einfach ein Produkt abliefert und nicht mehr einfach einen Verkauf erzählen möchte oder nicht einfach nur eine gute Geschichte erzählen möchtet.

00:49:23: Sondern es ist effektiv dabei ist natürlich Kulturangeboten zu machen und auch Kultur zu prägen mit dem Produkt nur damit den Angeboten die man eben formuliert.

00:49:33: das ist ne echte gesellschaftliche Verantwortung die da glaube ich mit drin steckt in unserer Konsumgesellschaft.

00:49:38: wir kommen zum letzten Punkt.

00:49:49: Genau, das Ding der Zukunft ist nochmal ein Ausblick nach vorne.

00:49:52: Nachdem wir jetzt so wissenschaftlich typisch einen Blick zurückgeworfen haben viel, ist die Frage an dich noch mal was glaubst du wird uns in Zukunft prägen?

00:50:03: Es gibt einen Französischen Philosophen der Jean-Baudrillard, der in den Achtziger Jahren vorher gesagt hat unser Verhältnis zueinander wird in Zukunft das von Bildschirmen sein und ich... In mir sträubt sich alles, weil das nicht mein Menschenbild ist, glaube ich.

00:50:17: Und diese Verbindung Mensch zu Mensch und dass wir uns in dem was wir tun sei es im Live-Marketing, sei es beim Schreiben von Romanen oder beim Lesen von Romananen und in der Interaktion miteinander, dass wir unsere Humanität das was uns zum Menschen macht.

00:50:35: Das es uns wirklich unig macht nicht verlieren.

00:50:39: Und ich glaube, genau auch da diese Videos gesagt hast wenn wir in einem Raum zusammenkommen können Dinge passieren die im digitalen Raum wo man sich zusammenschaltet niemals passieren kann.

00:50:50: und ich glaube dass das ein viel höheren Wert noch bekommen wird, je mehr wir auch digitaler werden.

00:50:57: Da brichst du doch eine sehr schöne Lanze für Live-Kommunikation!

00:51:00: Das könnte ich besser an der Stelle nicht machen als wenn ich aufgesprochen habe.

00:51:04: Aber an der Stelle kann man nur sagen macht mehr Events, hat rausbringend Menschen mehr zusammen weil es eben ja ein toller Gegenpol einfach auch ist zur digitaler Kommunikation und vielleicht an der stelle doch nochmal stärker zeigt was uns zum menschen macht.

00:51:20: Vielen, vielen Dank, Anne-Marie für die Erkundung.

00:51:23: Für den Gang durch den kulturellen Kaninchenbau und für alle Erkenntnisse, die wir auf dem Weg sammeln durften – vor allem Begriffe, die das so wahnsinnig schön auf einen Punkt bringen!

00:51:31: Ja

00:51:32: sehr gerne und auch von mir vielen Dank.

00:51:34: dass ich hier sein durfte hat viel Spaß gemacht.

00:51:37: Danke schön.

00:51:37: An der Stelle sage ich danke auch an alle, die zugehört haben oder zugeschaut haben.

00:51:42: Das war's für heute mit dem Blabla Lab!

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00:51:52: Schau gern physisch bei uns vorbei im Office in Zürich oder schaue von unserer Website vorbei www.lifelab.com.

00:52:01: Danke und bis zum nächsten Mal beim Blabala Lab Tschüss.

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